Spreewald Oktober 2016

Nachdem uns die letzten Touren in den Norden der Hauptstadt geführt hatten, entschieden wir uns dieses Mal, unser langes Wochenende südlich von Berlin zu verbringen. Da der Spreewald schon einmal Ziel unserer Reisen war, allerdings noch in der wohnmobillosen Zeit, wussten wir zumindest img_0006ansatzweise, was uns erwartete. Schon die Anreise über Storkow, wo wir die erste Pause mit einem schönen Spaziergang entlang des Storkower Treidelpfads krönten, machte Lust auf mehr. Der Kanal wurde jahrhundertelang genutzt, um Holz und Ziegel für die hauptstädtische Bauwirtschaft zu transportieren. Heute dient er überwiegend als hübsche Kulisse für Wanderer, Radfahrer und natürlich Freizeitpaddler.

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Die anschließende Suche nach einem geeigneten Stellplatz für die erste Übernachtung führte uns über Alt-Schadow am Neuendorfer See entlang, weiter nach Köthen. Hier war zwar kein passender „Unterschlupf“ zu finden, dafür aber ein kleiner Verkaufsstand am Straßenrand, wo eine sympathische ältere Dame eingelegte Spreewaldgurken aus dem eigenen Garten feilbot. So war jedenfalls ein erklärtes Ziel dieses Wochenendes schon erreicht.

Einer plötzlichen Eingebung folgend, entschied sich der Lenker des rollenden Hauses am Ortsausgang von Köthen dann, die Hauptstraße zu verlassen und einer kleinen Straße in Richtung eines Reiterhofes zu folgen. Nach einer Weggabelung, die gleichzeitig auch das Ende des Teerbelags markierte, folgten wir einer der Schotterpisten in der Hoffnung auf eine wenig frequentierte Ecke, die uns für die Nacht aufnehmen könnte. Fündig wurden wir schließlich gerade noch, bevor die Schotterpiste zum Forstweg erklärt wurde und ein entsprechendes Verbotsschild die motorisierte Weiterfahrt untersagte.
Eine Abzweigung, die sich später noch als Wanderweg zu den gleich nebenan gelegenen Heideseen entpuppen sollte, bot uns einen wunderbaren Standplatz inklusive Holzbank an. Der Reiterhof war einige hundert Meter durch die Bäume zu erkennen, aber so weit entfernt, dass wir uns wohl gegenseitig nächtens nicht stören würden.

img_0011Nachdem einige zügige Hobbyrennfahrer die Strecke zu den Seen wohl als Schottertraining genutzt und leichte Zweifel an der zu erwartenden Nachtruhe aufkommen haten aufkommen lassen, kehrte mit der Dunkelheit diese Ruhe dann doch langsam ein und wurde so mächtig, dass für die Großstadtohren der Eindruck entstand, man könne die hier in der totalen Finsternis grandios funkelnden Sterne fast ein wenig glitzern hören.

Wie so oft endete die erholsame Nacht mit einem wedelnden Tier am Bett, das sehr deutlich den Wunsch vermittelte, endlich diese langweilige kleine Blechkiste verlassen und die große weite Welt des Waldes erkunden zu dürfen.
Die kühle morgendliche Waldluft ließ den heißen Kaffee dampfen und der hündische Wunsch nach Abenteuer sollte auch prompt erfüllt werden:
Von aus einiger Entfernung zu vernehmenden Jagdhornmelodien (wobei Melodien eine etwas geschönte Darstellung der aus den Blechinstrumenten quellenden Tonfolgen ist..) vorangekündigt, kamen dennoch überraschend etwa 15 Reiter auf ihren edlen Rössern um die Ecke stolziert.
Beruhigendes Zureden und Kraulen sorgten zwar für einen brav sitzenden Hund, Nase und Rute waren dennoch in voller Aktion.
Unsere offensichtliche illegale Übernachtung wurde mit einem freundlichen „Na, gut geschlafen, keine Wölfe getroffen?“ quittiert und schon verschwand die Truppe hinter der nächsten Wegbiegung wieder im Wald.
Der morgendliche Spaziergang führte img_0018uns auf den Heideseen-Rundwanderweg, der freundlicherweise auf dem Wegweiser direkt in unserem Vorgarten vorgeschlagen wurde und auf den knapp 5 Kilometern wunderschöne Impressionen zu bieten hatte.img_0013

 

 

Von unserem ersten Besuch in Lübben wussten wir noch, dass man sehr hübsch (und kostenlos) etwas außerhalb des Ortskerns parken und an einem der Spreearme entlang in einigen Minuten die Schlossinsel erreichen kann.

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So ging es also gemütlich am Wasser entlang bis auf und quer über die Schlossinsel von Lübben, einmal durch den Hafen und die Touristenströme, die freudig quasselnd ihrer Bootstour entgegenfieberten oder in langen Schlangen auf ihr essbares Souvenir von „Gurken Paule“ warteten.img_0022

 

Den Wasserläufen folgend schlängelte sich der Rückweg durch ein vom Bootsverkehr abgetrenntes Badegebiet mit Kinderspielplatz und Hängebrücke wieder raus aus dem Ort und über die angrenzenden Felder zu unserem abgestellten Wohnhaus auf Rädern.

 

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Weiter ging’s durch den schönen Spreewald nach Süden bis Lübbenau.
Schon die großen Parkplätze, die noch vor Erreichen der Stadt unübersehbar dafür vorgesehen sind, wahre Massen an Autos, Reisebussen und Wohnmobilen aufzunehmen, schürten die ersten Zweifel, ob sich unsere WoMo-Besatzung hier wohlfühlen würde.
Die weitere Fahrt durch die hübsche kleine Stadt, die einige Male durch über die Gehsteige nach unten auf die Straßen quellende Touristenströme unterbrochen wurde, bestätigte den ersten Eindruck.
Eine vermutlich wirklich hübsche Stadt, aber für unseren Geschmack leider deutlich zu heftig im Tourismustrubel versunken.
So verbrachten wir die Mittagspause inklusive kleiner Stärkung wenig idylisch aber wenigstens unbehelligt von Menschenmassen auf dem ALDI-Parkplatz, bevor wir weiter durch den Spreewald zuckelten.
img_0031Durch Wälder, vorbei an unzähligen Wasserfließen und weiten Lichtungen durchquerten wir weiter das wunderschöne Biosphärenreservat. Bis dann kurz nach Burg aus einem unerklärlichen Grund die Umgebung einlud, den Platz für die zweite Nacht auszusuchen.
Also aufs Geratewohl ab von der Landstraße über ein paar kleine Sträßelchen, Wege, Brücken, bis ein Kanal mit Deich und unbewohnter Umgebung zum Bleiben einlud. img_0036

Am Abend durften dann auch endlich die am Straßenrand erstandenen Gürkchen am gemütlichen Schmaus teilnehmen.
Die Begeisterung über diese hausgemachte, leicht pikante Delikatesse führte zu einem ruckzuck geleerten Einmachglas, direkt gefolgt von der Erkenntnis, dass eines definitiv zu wenig war…
Und wieder zeigte sich hier der riesegroße Vorteil der absolut unabhängigen Reiseform. Kurzerhand beschloss der Rat der Reisenden, am nächsten Tag irgendwie den Stand der netten Dame in den Streckenverlauf einzuplanen und für Nachschub zu sorgen. Diese brillante Idee, die absolute Stille und das leichte Tröpfeln des Herbstregens auf dem mobilen Hausdach sorgten für eine wunderbare und wieder einmal erholsame Nacht.

Nachdem sich der kleine Regenschauer verzogen img_0037hatte, begann der neue Tag wie üblich mit aufgeregtem Gewedel. Die strahlende wärmende Sonne sorgte auch bei den weniger behaarten Urlaubern für den nötigen Elan, um die kuschelige Bettdecke gegen die Kaffeetasse zu tauschen, der Markise beim Trocknen zuzusehen und anschließend zu einem wunderschönen Spaziergang entlang des benachbarten Kanals aufzubrechen.

Die Schönheit der weiten in Sonnenstrahlen gebadeten Landschaft machte uns stellenweise sprachlos, deshalb folgen nun ein paar textfreie Eindrücke.

 

Auch wenn es etwas schwer fiel, dieses wunderschöne Fleckchen wieder zu verlassen (nicht zuletzt gab es hier hunderte extrem interessant duftender Mauselöcher 😉 ), trieb uns die „Mission Gurke“ erneut in Richtung Landstraße.

Wiederum vorbei an einigen Wäldern, Lichtungen, Flüsschen, Kanälen und Seen, darunter der auch in der Hauptstadt sehr bekannte Schwielochsee, erreichten wir das uns schon vom ersten Tag der Reise bekannte Städtchen Köthen.
Der Weg hierher hatte uns keine idealen Übernachtungsplätzchen gezeigt. So kam als mögliche „Notunterkunft“ wiederum die Nachbarschaft des Reiterhofes in die engere Wahl, die uns bereits in der ersten Nacht so schön beherbergt hatte.
Zunächst galt es aber, den Grund für diese Schleife des Reisewegs zu besuchen.
Eigentlich war an dieser Stelle eine deutliche Kaufempfehlung vorgesehen. Unsere „Gurkendealerin“ bat mich allerdings, darauf zu verzichten.
Unser Großeinkauf hatte wohl den Vorratskeller bereits bedenklich geleert. Fröhlich und zufrieden schleppten wir also einige Gläser Spreewaldgürkchen, Kürbis und Rote Beete in unser rollendes Lagerhaus.img_0093

Da wir beim Einkauf quasi über das nebenan gelegene Gasthaus „Zum Köthener See“ gestolpert waren, erholten wir uns hier von der enorm anstrengenden Shoppingtour mit einem kühlem Nationalgetränk, Kaninchen und Knoblauchschnitzel.

Nebenbei wurde die Karte der Umgebung studiert, um einen potentiellen Nachtplatz ausfindig zu machen.

Eine scheinbar in der Wildnis endende Straße auf der gegenüberliegenden Seeseite schürte Hoffnung auf eine ruhige Ecke für uns und das rollende Haus.

So machten wir uns also wohlgenährt auf den Weg, unterbrochen von einem kurzen Stopp am Ortsausgang, der mit dem Erweb eine Kürbisses endete.

Die auserkorene Straße war nach ein paar Minuten erreicht,img_0055 die Teerdecke endete bereits nach ca. 10 Metern, der weitere Verlauf bot relativ festen sandigen Untergrund.
Gerade als der Weg begann, das „fest“ langsam aber sicher gegen „tief und weich“ zu tauschen, was dem Fahrer zunehmenden Angstschweiß auf die Stirn trieb und im Hinterkopf langsam Bilder von einer einige hundert Meter langen Rückwärtsfahrt aufblitzen ließ, tat sich am Wegesrand die Rettung auf.
Eine ganz eindeutig extra für uns angelegte natürliche Parkbucht, die perfekt die volle Länge unseres mobilen Hauses aufnehmen konnte und auch durfte.

Direkt nach Erreichen der Parkposition offenbarte der gewählte Platz  noch mehr Qualitäten, als ihm auf den ersten Blick zugetraut worden waren.
Unser Vorgarten mündete direkt in einen leicht bergab gelegenen Steg, der uns einen exklusiven Sitzplatz mitten im Schilf über dem Köthener See zum Verweilen anbot.
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Dieses Angebot nahmen wir selbstverständlich dankend an und genossen die wärmende Spätsommersonne in vollen Zügen, bis sie sich hinter dem uns umgebenden Wald zur wohlverdienten Nachtruhe zurückzog.img_0063

 

 

 

 

Kurz bevor sie endgültig verschwand, bot sie uns noch ein unglaublich schönes Schauspiel, dem hier unkommentiert etwas Raum gegeben werden soll:

Diese wundervollen Eindrücke, der gemütliche Grillabend und die absolute Stille sorgten wiederum für erholsame Nachtstunden, erneut beendet durch wedelnden Tatendrang.
Der erste Schritt vor das Ruhemobil machte unmissverständlich klar, dass der Sommer vorbei und der Weg in Richtung kalte Jahreszeit eingeschlagen war.
Heißer Kaffe auf unserem Privatsteg mit unwirklich erscheinender Kulisse, brillant unterstützt durch die sich langsam durch den Morgennebel kämpfende Sonne, ließ die kalten Nasenspitzen vergessen und schon wieder einmal den grandiosen Genuss des Lebens unsere Seele streicheln.

 

Mit einem letzten Blick auf den See und einen freundlichen Gruß an die Schilfbewohner machten wir uns dann gegen Mittag wieder auf den Rückweg.

 

 

 

Mittlerweile ist das Wohnmobil in den Winterschlaf geschickt und freut sich hoffentlich genauso wie wir auf den nächsten Frühling, wenn wir bei der ersten Gelegenheit wieder aufbrechen, um neue wunderbare Fleckchen Erde zu entdecken und zu genießen.img_0589

Bis dann !!

Stettiner Haff – Altwarp

Nachdem das erste Wochenende im neuen mobilen Haus das Reisefeuer endgültig entfacht hatte, machten wir uns direkt bei der nächsten Gelegenheit wieder auf den Weg.

Diesmal sollte es an die Ostsee gehen, hatten wir beide doch schon vor zwei Jahren den Entschluss gefasst, die wässrige Nordostgrenze des Landes möglichst bald in Augenschein zu nehmen. Nun sollte es endlich soweit sein. Die guten Erfahrungen mit unserem ersten „schlauen Buch“ hatten mich direkt veranlasst, aus der gleichen Reihe einen Ostsee-Tourführer zu erstehen. Auch wenn die Informationen im Netz sehr üppig sind, hat ein analoges Medium doch den ein oder anderen Vorteil, nicht zuletzt ist es auch unterwegs trotz immer wieder auftauchender Funklöcher voll einsatzbereit. Und im von Sonne umfluteten Campingstuhl liest sich ein Buch definitiv angenehmer als ein hinter der Spiegelscheibe des iPads verborgener Webeintrag (Was bitte niemanden davon abhalten sollte, diesen Blog weiter online zu verfolgen, zumindest, bis das entsprechende Buch rauskommt 😉 ).

In diesem Offline-Führer war dann auch schnell die passende Touridee für den ersten Ausflug gefunden.
Der Plan besagte, am Stettiner Haff zu starten und von dort aus eine kleine Runde über Usedom zu drehen. Am Ende kam es etwas anders, aber lest selbst…

img_0072Nach den doch schon sehr routinierten Vorbereitungen stiegen also Frau, Hund und auch der Mann in das rollende Haus, das uns wieder für die nächsten drei Nächte und die dazugehörigen Tage Heimat sein sollte.

Wie schon beim letzten Mal entschieden wir uns, auf Autobahnen soweit möglich zu verzichten. Wenn der Urlaub mit dem Besteigen des Mobils beginnt, ist eben der Weg das Ziel und darf entsprechend gemütlich genossen werden.
Schließlich bieten die weiten Ebenen Brandenburgs mit Wäldern, Feldern und Seen echten Genuß und Entspannung für die großstadtgeschädigten Augen.

So tuckerten wir also gemütlich vor uns hin, durchquerten nach einiger Zeit Prenzlau, die Hauptstadt der Uckermark, mit der mächtigen Marienkirche. Wir entschieden jedoch, auf eine Stadtbesichtigung zu verzichten, und durchquerten die zumindest aus unserer Warte nicht allzu hübsche Stadt, jedoch nicht ohne ein „Beweisfoto „von Kirche und Mitteltorturm.img_0067
Bei Prenzlau verlässt die Ucker den Unteruckersee, um sich von hier den Weg bis zu Ihrer Mündung im Stettiner Haff zu bahnen. Wir nahmen uns das als Vorbild und „plätscherten“ weiter immer in Richtung Norden, der Ostsee entgegen.

Nach ein paar Kilometern beschloss der Reiserat (in diesem Fall überwiegend bestehend aus Frau und Hund), dass nun die passende Zeit für eine Pause gekommen sei.
in Malchow, quasi letzter Halt vor der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern (war aber Zufall 😉 ), war dann schnell ein passender kleiner Parkplatz gefunden, der dem WoMo und seinen Bewohnern Schatten bot. Hinter dem angrenzenden kleinen Wäldchen liegt eine Futterwiese, die auch wir direkt als solche nutzten. Auch wenn wir das Gras lieber den Kühen ließen und uns an den mitgebrachten Köstlichkeiten erfreuten…

Die erholsame und stärkende Pause mündete nicht ganz so direkt in die Weiterfahrt, wie erhofft, weil uns ein kleines Elektroproblem ein wenig aufhielt.
Nach ein paar Minuten war dann aber doch der Motor gestartet und die Fahrt entlang der Ucker konnte weiter gehen.

Mit jedem Kilometer ließ sich das vor uns liegende Meer ein bisschen mehr erahnen, bis dann irgendwo kurz vor Bellin endlich das weite Blau  vor uns auftauchte.
Und auch wenn der Horizont durch das nahezu im Dunst verschwindende Usedom begrenzt wurde und ein Haff per Definiton nur ein „inneres Küstengewässer“ ist, hatten wir endlich unser Ziel erreicht, die deutsche Ostseeküste zu besuchen. Breites Grinsen machte sich breit im Mobil, nur dem Hund war das wieder mal vollkommen egal…

Schon vor Abfahrt hatten wir beschlossen, diesmal nicht auf „frei stehen“ zu setzen, sondern den ein oder anderen Stellplatz zu begutachten.
Nicht zuletzt aufgrund der Annahme, dass um diese Jahreszeit die Besucher- und damit Überwacherdichte doch noch zu groß für entspannte Wald- und Wiesennächte sein könnte. Einen Test der freien Variante werden wir mit Sicherheit außerhalb der Badesaison durchführen.

Unsere Wahl war auf den Hafen in Altwarp gefallen, Beschreibung und Nutzerbewertungen legten ein relativ entspanntes Umfeld nahe.
Das unterstrich denn auch der Hafenmeister, der nur ganz kurz aufgrund des unablässig vor sich hinpolternden Wohnmobils vor seinem Fenster erzürnt war (was sich nordisch-entspannt in den Worten „was isn mit der Kiste da draußen?“ äußerte), nach erklärung des Startproblems aber sofort seine Hilfe anbot, falls die muckende Batterie am nächsten Tag den Startdienst versagen sollte.

Nachdem dann noch ein Adapterstecker für den Stromanschluss kostenlos gegen Pfand den vorübergehenden Besitzer wechselte, begleitet von einem Schlüssel für die Sanitäranlage, war der positive Ersteindruck vollkommen.

Der Stellplatz besteht aus drei Bereichen. Einem „belauschten“ Gespräch zwischen Hafenmeister und einem unserer „Mitbewohner“ konnte ich entnehmen, dass „früher“ (aus dem weiteren Gespräch schloss ich, dass damit die Zeit vor dem EU-Beitritt Polens gemeint sein musste) hier bis zu 1.500 Autos täglich die Fähre nutzten um von Altwarp ins annähernd in Wurfweite gelegene Neuwarp, bzw. Nowe Warpno, wie es in der Landessprache heißt, überzusetzen.
Mit zollfreier und auch ansonsten sehr günstiger Ware verließen dann tausende zufriedene Shoppingtouristen die Gemeinde wieder. Bis auf ein paar, die sich auf dem ursprünglichen Wohnmobilstellplatz niederließen, vielleicht um die erstandenen Rauch- und Trinkwaren direkt vor Ort zu „entsorgen“.
Die Erweiterung der EU nach Osten hatte an diesem Punkt des Landes wohl rapiden Tagestouristenverlust zur Folge, weshalb die riesige Abfertigungsanlage für die Fähre und der angrenzende Parkplatz in der ursprünglichen Form wenig Sinn machten.
Stück für Stück wurde so die Abstellmöglichkeit für Wohnmobile erweitert.
Nun stehen neben dem Klassiker, einer durch Hecken parzellierten Grünfläche, auch der ehemalige Hafen mit Fähranlage (Die eher den Charme einer Mautstation auf einer französischen Autobahn verströmt) und dem Parkplatz vor die Übernachtung zur Verfügung.
Da die hübschen Plätze im Grünen schon vergeben und der erste Platz doch relativ eng bestückt war, entschieden wir uns für den Parkplatz als erste Unterkunft.
Im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung, denn nur hier steht die Sanitäranlage, vom anderen Platz aus macht für dringende Bedürfnisse durchaus ein Fahrrad Sinn…

Nachdem das rollende Haus so geparkt war, dass vom Vorgarten aus ein wunderschöner, unverstellbarer Blick über das Stettiner Haff in Richtung Polen gesichert war, durfte der Tag mit Bier und Grillwurst ausklingen.

Den Sonntagmorgen begonnen wir „Dank“ der hündischen Begleiterin schon kurz nach Sonnenaufgang. Es musste gaaaaaaanz dringend der gesamte Platz inklusive Küste und Wasser beschnüffelt und begutachtet werden.
Nach dem Genuss des ersten Ostseekaffees, der bereits von ersten wärmenden Sonnenstrahlen begleitet wurde, machten wir uns auf den Weg, den Ort zu erkunden.

Die touristische Infrastruktur hält sich hier angenehmerweise sehr in Grenzen. Ein Mini-Supermarkt bietet alles was man so für das tägliche Leben braucht, einige Fischlokale und Imbisse sorgen fürs leibliche Wohl. Außerdem wird am Hafen wohl fangfrischer Fisch verkauft und ebenfalls im angrenzenden Lokal zum Verzehr angeboten. Während unseres Aufenthalts war dort aber leider immer geschlossen, ein Test unmöglich.

Da wir unvorsichtiger Weise als von der Technik verwöhnte Großstädter nur sehr wenig Bargeld, dafür aber sämtliche Plastikkarten im Gepäck hatten, hätten wir uns noch einen Geldautomaten gewünscht. Da außerdem nahezu alle Lokale im Ort nicht die Möglichkeit bieten, sich elektronisch von der Schuld zu befreien, wurden die paar vorhandenen Euros sorgfältig verplant, um nicht am letzten Abend darben zu müssen.

Da unser fahrbarer Untersatz aktuell nur bedingt fahrbar war (zur Erinnerung: der Startstrom fehlte
) und uns der Platz und die Ruhe hier sehr gut gefielen, hatten wir morgens entschieden, die geplante Weiterfahrt über Usedom auf eine unserer nächsten Touren zu verschieben.
Wir waren also hier am nordöstlichen Ende der Republik fast ohne Bargeld und mit bedingt fahrtüchtigem aber mit Proviant vollgestopftem Haus gestrandet.

So legten wir ein paar der plötzlich noch wertvoller erscheinenden Euros in Räucherfisch von der ortsansässigen Familienfischerei an und genossen Ausblick und Ruhe, an diesem Abend begleitet von Nudelsalat, Makrelenfilet und Dorsch.

Voller Tatendrang machten wir uns am Folgetag dann auf die Suche nach dem Defekt unserer Villa auf Rädern, wurden fündig und stellten die Fahrbereitschaft wieder komplett her (Details dazu findet ihr hier)

Der Rest der beiden Tage ist schnell berichtet. Abgesehen von einem Leck im Abwassertank, das wir wohl selbst durch die Entkalkung und Reinigung des Systems verursacht haben (bei Gelegenheit werde ich dazu genauer berichten), bestand der Rest unseres Aufenthaltes aus Erholung, Spaziergängen sowie dem Genuß von Fisch und Aussicht.

img_0021Auf dem Rückweg fanden wir zur Einkehr dann noch ein sehr hübsches und ruhiges
Stückchen Brandenburger Wald.

Sobald die Freizeit es zulässt, werden wir wieder durch die Natur rollen auf der Suche nach schönen Flecken und Erlebnissen und wenn wir fündig werden, könnt ihr es hier lesen…

Wenn der Strom fehlt…

Nachdem uns der erste Ausflug so begeistert hatte, machten wir uns direkt zwei Wochenenden danach wieder auf den Weg, diesmal in Richtung Ostsee…
Mehr dazu in einem separaten Artikel.

Zunächst möchte ich hier von einem kleinen Zwischenfall berichten, der den Ausflug begleitet, vielleicht sogar noch interessanter gemacht hat.

Wie bereits in der Geschichte zu unserem rollenden Haus erwähnt, sind wir beide Freunde spontaner Entscheidungen ohne großes Abwägen möglicher Hinderungsgründe oder „worst case scenarios“. Das bringt zwar den Vorteil, schnell und meist ohne große Umwege das gewünschte Ziel zu erreichen, birgt aber natürlich auch die Gefahr, dass nicht alles immer perfekt abläuft und die ein oder andere Überraschung das Leben würzt.

Der Kauf des WoMos war definitiv zum größten Teil eine Bauchentscheidung ohne detaillierte Prüfung irgendwelcher technischer Kleinigkeiten.
Zumal der sympatische Vorbesitzer Kfz-Mechaniker ist und versicherte, alles sei technisch in Ordnung, wenn auch natürlich alt und etwas abgenutzt.
Dass die Ladewarnleuchte immer etwas schwach vor sich hinfunzelte, wurde mit einem „da scheint ein Wackler zu sein, wir haben die Lichtmaschine überprüft, ist alles ok.“ bedacht.

So weit, so gut. Oder sollte ich so gutgläubig schreiben?

Wie auch immer, die erste dreitägige Tour mit über 440 Kilometern verlief ohne jeden technischen Zwischenfall, was das Vertrauen in die Zuverlässigkeit durchaus steigen ließ.

Nun waren wir also auf dem Weg in das zweite Reisewochenende und voller Vorfreude, zum ersten Mal gemeinsam die deutsche Ostseeküste zu sehen.

Eine schöne Pause war beendet, die letzte gute Stunde auf dem Weg sollte nun folgen.
Doch anstelle eines startenden, altersgerecht nagelnden Dieselmotors hörten wir nur einen jämmerlichen Startversuch, dessen Kraft nicht für den Start des Motors ausreichte.
Jeder weitere Versuch endete identisch, nur das Jammern wurde jedes Mal etwas schwächer.

Auch mit fehlender Kfz-Meisterprüfung war klar, dass die Batterie schwächelte.

In Kombination mit der angeblich unsinnig vor sich hin leuchtenden Warnlampe kamen so langsam Zweifel an der Ladetätigkeit der Lichtmaschine auf.

Da wir nun unter keinem Zeitdruck standen und ja schließlich beschlossen hatten, dass der Urlaub mit Besteigen des Mobils und nicht etwa mit Erreichen des Stellplatzes beginnt, hielten sich Ärger und Stress in Grenzen.

Und während ich versuchte, mit einer schneckenähnlichen Netzverbindung in Erfahrung zu bringen, ob der Versuch, uns mit der Aufbaubatterie selbst Starthilfe zu geben in Kurzschluss und Hausbrand enden könnte, versuchte Lisa ihr Glück, ein Auto auf der Landstrasse zum Anhalten zu bewegen, um eben dieses Katastrophenszenario zu vermeiden.

Da aber beide (war eine schöne ruhige Ecke 😉 ) Vorbeikommende nur freundlich zurück winkten, anstatt anzuhalten, entschieden wir uns für das Risiko.

Also flugs das Starthilfekabel an die unter dem Beifahrersitz verbauten Aufbaubatterien gefummelt, nur leise über die Enge und die zu dicken Finger geflucht und:

LÄUFT!!!!

Und das ganz ohne Funkenflug und Brandlöcher im WoMo 😀

Und weil die alte Peugeot-Dame außer den Scheinwerfern kaum elektrische Energie während der Fahrt braucht, machten wir uns guten Mutes auf den letzten Teil des Wegs.

Am Stellplatz angekommen war auch der Hafenwart nur kurz ob des laufenden Motors während der Anmeldung erbost. Nach Erklärung bot er seine Hilfe an, falls am nächsten Tag der Aufbruch durch einen weiter zickenden Akku verhindert würde.

Der Abend blieb von Reparaturversuchen frei, zunächst war Ignorieren des Defekts und Genießen des wunderschönen Anblicks auf das Stettiner Haff angesagt.
(Mehr dazu gibt’s separat)

Voller Tatendrang musste am nächsten Morgen wieder mal das Internet herhalten (Die Internetschnecke vom Vortag hatte noch ein wenig „Speed“ rausgenommen, da das Handy sich nicht so richtig zwischen Deutschland und Polen entscheiden mochte), gefühlte Stunden später war ich mir sicher, dass eine neue Lichtmaschine für dieses Modell zumindest nicht den sicheren Ruin, sondern nur ein paar Tage Auszeit in der Werkstatt bedeuten würde.

Um aber nicht ganz meine männlichen „das mach ich selber – Pflichten“ zu vernachlässigen, sollte ein Blick in den Motorraum dann doch nicht ganz ausbleiben.

Die Motorhaube war noch nicht ganz offen, kam auch schon der Nachbar von gegenüber auf mich zu mit der besorgten Frage „was Ernstes?“. Meine wohl angeborene Aversion gegen aufdringliche Zeitgenossen, die sich in meine Angelegenheiten einmischen, hielt sich in Grenzen, was sicher an seiner netten, eben nicht aufdringlichen Art lag.

So erklärte ich also kurz die Sachlage und meine Vermutung.

Schwupps, drehte er um, murmelte etwas von „bin gleich zurück“, um keine Minute später mit seinem Batterieladegerät wieder neben mir zu stehen mit den Worten „das lassen wir jetzt mal bis heute Abend dran, dann reicht’s auf jeden Fall für den Start morgen und noch ein paar auf der Heimfahrt“
Während ich mich herzlich bedankte, suchte ich im Motorraum nach der Lichtmaschine, ruckelte ein wenig am Keilriemen und stellte dabei fest, dass ein loses Kabel ziemlich nutzlos in der Nähe der Lima rumbaumelte. Ein näherer Blick mit Hilfe der Taschenlampe zeigte mir dann auch den Klemmstecker an der Maschine, mit dem das Kabel wohl irgendwann in grauer Vorzeit mal verbunden gewesen sein musste….

Rasch den Stecker mit der Zange abgezogen, war ich schon fast auf dem Weg zum Hafenwart um nach einem Ersatz-Stecker zu fragen. Aber der hilfsbereite Nachbar stellte sofort seine  jahrzehntelange Improvisations- und Bastelerfahrung, wie man sie den ehemaligen DDR-Bürgern gerne nachsagt, unter Beweis und fing damit an, den Klemstecker mit der kleinen Zange zu bearbeiten. Ein paar Minuten später konnte das neu abisolierte Kabel (hab ich ganz allein hingekriegt 😉 ) in den fast neuen Stecker gesteckt und befestigt werden.
Unter das WoMo zu kriechen und den Stecker nun wieder an die Lima zu fummeln, war wieder meine Aufgabe, die ich ein paar gebrummelte Flüche später auch brillant erledigt hatte.
Leider hatte ich dabei im Wortsinn alle Hände voll zu tun, weshalb dieser Eintrag ohne Fotos auskommen muss….

Ein paar Stunden gaben wir dem Ladegerät noch, dann der erste Startversuch:

Hurrah!!! Ich bin jetzt geprüfter WoMo-Mechaniker 😀 😀

Und plötzlich leuchten auch sämtliche Anzeigen (außer der Ladekontrollleuchte 😉 ) deutlich heller als vorher. Soviel zu „wir haben die Lichtmaschine überprüft, ist alles ok.“
Danke angeblich zuverlässiger ehrlicher Vorbesitzer….

Da das aber die wohl idealste Form des Defekts und ein schönes Beispiel für viel Glück in ganz kleinem Unglück war, hatte der Ärger über diese Fehlinformation nur ganz kurz die Kraft sich zu halten und wurde umgehend vom Glücksgefühl der nahezu übermenschlichen Reparaturleistung und dem damit verbundenen Lob der geliebten Frau, der wunderschönen Landschaft und dem Genuss des eiskalten Biers (es war selbstverständlich bereits mindestens Mittag…) vertrieben.

Danke Herr Nachbar!

Wie schön die Stunden danach waren, lest Ihr im nächsten Blogbeitrag, folgt demnächst

 

Mecklenburgische Seenplatte August 2016

Unser erster Ausflug mit dem „neuen“ mobilen Haus (Mehr dazu findet Ihr unter „Unser rollendes Haus“) führte uns in die Mecklenburgische Seenplatte.

Da wir nur ein etwas verlängertes Wochenende, von Samstag Nachmittag bis Montag Abend Zeit hatten, suchten wir eine relativ kurze Tour mit möglichst kurzer Anreise.

In Berlin noch relativ neu (Das sind wir), war uns die Mecklenburgische Seenplatte bisher nur dem Namen nach bekannt. Deshalb musste zusätzlich zur Recherche im Internet erstmal ein schlaues Buch her:
Fündig wurde ich bei der Reihe „Reise Know-How“ und erwarb den Wohnmobil-Tourguide Mecklenburgische Seenplatte: Die schönsten Routen.

img_0001Schon beim ersten Überblick war klar, Rheinsberg als Einstieg in unsere erste Tour zu wählen. Und weil die Grundidee für unsere Reisen der Genuss der Freiheit ist, wurde nicht allzu viel weiter geplant.

Also rasch das Wichtigste an Lebensmitteln eingepackt (mal sehen, ob der Spruch: „Du fährst nach Brandenburg? Pack Dir Essen ein“ seine Berechtigung hat 😉 ), Frau und Hund im Fahrzeug verstaut und los…

Während der sehr gemütlichen Fahrt über wenig befahrene Landstraßen bis Rheinsberg, fiel der Entschluss, als erstes Ziel direkt den ersten Übernachtungsplatz anzusteuern.

Die Empfehlung des Tourguides erwies sich als guter Tipp.
Ein Wanderparkplatz direkt an der Landstrasse L15 gelegen, mit kleiner Picknickhütte und kleinem Bauernhof als Nachbarn.
Die freundliche Nachbarin hatte kein Problem mit Übernachtungsgäste nebenan , also war die erste Unterkunft gesichert.
(Breitengrad : 53.104521 | Längengrad : 12.953673)
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Der direkt neben dem Parkplatz gelegene Kölpinsee erwies sich leider als nicht für uns zugänglich, weil sich der eine Teil im Schilf versteckt und der zugängliche Teil ein Naturschutzgebiet ist, zu dem Hunde keinen Zutritt haben.

Aber auch ohne Wassernutzung war es ein schöner Spaziergang, der Lust auf den ersten Einsatz des großstadtgeprüften Balkongrills in der „Wildnis“ machte.

Die erste Nacht im Mobil war wunderbar, es war sehr ruhig, weder die Nachbarshunde noch die ca. 2 Autos, die nachts über die Landstrasse fuhren, störten die wohlverdiente Nachtruhe.
img_0015Am nächsten Morgen, den die Hundedame bereits gegen 6:15 Uhr einläutete, führte uns der erste Spaziergang des Tages zum „Kleinen Tietzsee“, ca. 15 min. vom Parkplatz.
(Breitengrad : 53.102511 | Längengrad : 12.964348)

Ein wunderschöner klarer See, umgeben von Wald und sehr erfrischend 🙂
Nach einer Fahrt von ca. 20 Minuten durch schöne Wälder erreichten wir unser zweites Ziel auf dieser Tour: den großen Stechlinsee.

Oder besser: wir erreichten den großen Parkplatz in Dagow, der als erster von vier Parkplätzen die wohl erwarteten Massen an Fahrzeugen „abfängt“ und ca. 1 km vor dem See dafür sorgt, dass Stück für Stück die Fußgänger die Straßen erobern.
Sehr positiv ist, dass der Parkplatz sogar jetzt in der Hauptsaison kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
(Breitengrad : 53.149061 | Längengrad : 13.060713)

Nach einem kleinen Spaziergang von etwa 20 Minuten vorbei an Dagorosee erreichten img_0026wir dann den großen Stechlinsee, wie so viele in dieser Region wunderschön von Wald umgeben. Wir entschieden uns, nicht dem großen Menschenstrom in Richtung Strandbadtrubel zu folgen, sondern vorher links in den Wald abzubiegen und etwas südlich des Strandbades an einer ruhigen Stelle auf den See zu treffen.

Der Stechlinsee soll der sauberste See des Landes sein, zumindest ist er der wohl klarste,img_0033 den wir bisher gesehen haben.

Herrchen und Hund konnten dann auch nicht widerstehen, das klare und trotz der hochsommerlichen Lufttemperatur überraschend kühle Nass auszuprobieren.
Dass der See zu DDR-Zeiten als Kühlwasserspeicher eines nahegelegenen Atomkraftwerks genutzt wurde, erfuhren wir nur aus einem Eintrag unseres Tourenführers. Das mittlerweile stilgelegte Bauwerk war von unserer Badestelle aus nicht zu sehen.

So blieb der idyllische Eindruck dieses wunderschönen Sees ungetrübt und wir machten uns entsprechend gut gelaunt auf den Weg, die unterwegs auf Schildern angepriesene Seefischerei zu finden.
Vorbei am mittlerweile sehr gut besuchten Strandbad erreichten wir die Fischerei nach erneuten etwa 15 Minuten Spaziergang.img_0034

Die doch ganz ordentliche Wartezeit in der Schlange der Selbstbedienungstheke wurde durch ein Brötchen mit geräucherter Maräne und den gebackenen Hecht mit Bratkartoffeln, flankiert von zwei großen Pils (denn wie wir alle wissen, muss Fisch schwimmen 😉 ) mehr als ausgeglichen.

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So gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg und folgten der im Führer vorgeschlagenen Tour über Rheinsberg und Zechliner Hütte bis nach Canow, hier „mussten“ wir erneut eine Fischerei besuchen. Die Seenfischerei „Obere Havel“ versorgte uns mit zwei Fischbrötchen und einem wunderschönen geräucherten Saibling, der für das Abendessen vorgesehen wurde.
Auch in Canow standen wir auf einem großen, ordentlichen Parkplatz (wiederum kostenlos), der durchaus als Übernachtungsplatz dienen könnte.
(Breitengrad : 53.200798 | Längengrad : 12.907497)

Die weitere Tour führte uns über Fleether Mühle nach Mirow.
Die Gemeinde bietet hier direkt am Schloss einen kostenfreien Parkplatz an, der im hinteren Bereich ausgewiesene Stellplätze für Wohnmobile bereithält und sogar mit einer Ver- und Entsorgungsstation (gegen Gebühr) aufwartet. Ein toller Service!
(Breitengrad : 53.275878 | Längengrad : 12.812337)

Im hübschen Schlosspark führt eine Brücke zur Liebesinsel, die wunderschöne Ausblicke übers Wasser bietet.

So langsam war das Ende des Tages in Sicht, weshalb wir uns auf den Weg machten, den Platz für die zweite Nacht ausfindig zu machen.
Zwei Tipps unseres Nachschlagewerkes trafen leider nicht unsere Vorstellungen, einmal war der Parkplatz durch Vorbereitungen einer abendlichen Strandparty belegt, der zweite Parkplatz war etwas eng und direkt an einer Durchgangsstraße gelegen. Durch die erste schöne und ruhige Nacht waren auch die Anforderungen etwas gestiegen…

Also entschieden wir, einfach der Straße weiter durch den Naturpark Müritz zu folgen, in der Hoffnung hier fündig zu werden.
Nach ein paar Kilometern tat sich dann auch ein Platz neben einer kleinen Straße auf, mit einem kleinen, einige Minuten entfernten See. Der sollte uns als Nachtlager dienen.

Kaum waren Tisch und Stühle aufgestellt und der Saibling bereitgestellt, hielt neben dem rollenden Haus ein Wagen und ein nicht allzu freundlich wirkender Bediensteter des Naturparks wies ebenso wenig freundlich darauf hin, dass hier Übernachtungen strengstens verboten und Hunde gefälligst an die Leine zu nehmen seien.
Meine Beteuerung, wir würden hier selbstverständlich nur halten um kurz etwas zu essen und uns dann auf den Weg zu einem offiziellen Stellplatz machen, entlockte dem „Park-Sheriff“ noch ein „kommen Sie bloß nicht auf die Idee, hier Feuer zu machen. Und der Hund muss an die Leine!“, dann verschwand er mit lauter Musik im Wagen wieder in den Wald…

Trotz des nicht sehr erfreulichen Besuches erfüllte der Saibling seine Aufgabe und mundete uns allen dreien hervorragend.

Da wir uns nun hier nicht mehr allzu willkommen fühlten, ging im Anschluss an das Abendessen die Suche nach einem Nachtquartier weiter.
Um auf unnötige Konfrontationen zu verzimg_0066ichten, entschieden wir uns, den Nationalpark wieder zu verlassen und landeten nach einigen weiteren Kilometern in Lärz, wo uns am Ortseingang eine Wiese mit Sichtschutz zur Straße hin und einem hübschen Blick über Feld und Wald zur Nacht einlud.

Das nach Sonnenuntergang aufziehende Gewitter mit heftigem Wind und Regen vetrieb uns aus dem Vorgarten und lieferte den Beweis, dass auch ein Abend in unserer neuen Behausung wunderschön sein kann und nicht nur Schönwettercamping möglich ist 🙂

Am kommenden Morgen hatte sich das Wetter dann auch wieder für Hochsommer entschieden und wir genossen die Umgebung unseres Nachtlagers mit einem hübschen Spaziergang. Unser erstes Reisewochenende neigte sich so langsam dem Ende, also führte uns der Weg auf kleinen, teils seeehr schmalen Straßen mit seeehr altem Kopfsteinpflaster wieder in Richtung Heimat.
Nach einigen bestandenen Rüttel- und Schütteltests erreichten wir Fürstenberg an der Havel. Hier führte uns ein Spaziergang vorbei an der bekannten Kirche der Stadt durch die schöne Altstadt und wieder zurück zur Havel, bevor wir uns wieder auf den Weg machten.

Über Alt Globsow, Großwoltersdorf, Gransee und Lindow, wo wir wiederum einem Fischstand nicht widerstehen konnten und einen geräucherten Saibling „adoptierten“, ging es zurück in die wunderschöne Hauptstadt.

Und noch am selben Abend entschieden wir, dass das nicht der letzte Ausflug mit dem Wohnmobil sein sollte, sonder wir im Gegenteil so bald wie möglich wieder mit unserem Haus auf Rädern auf Tour gehen werden…..